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| Das Ende des Engpasses |
| Engpässe bei der Bauteileversorgung gefährdeten die Lieferfähigkeit bei Baumüller. Um dieses externe Risiko zu minimieren, entschied sich der Automatisierungsspezialist für ein Sonderprojekt zur Versorgungssicherheit. Jetzt kann Baumüller auch bei starkem Bedarfsanstieg Liefertreue gewährleisten. |
Die Wirtschaft erholt sich und die Einkaufs- und Auftragsaktivitäten entwickeln sich im Vergleich zum Vorjahr sehr positiv. Doch die teilweise rasant steigenden Auftragseingänge führen zu erheblichen Problemen in der Materialversorgung. Produktionskapazitäten wurden während der Krise signifikant reduziert und im gleichen Zug Lagerbestände abgebaut. Durch den Marktumschwung stehen viele Unternehmen seit Monaten vor dem Problem, die Produktionskapazitäten im gleichen Tempo wieder aufzubauen. Teilweise kommt es zu Lieferengpässen. Ein mittelständisches Unternehmen, das ebenfalls von externen Lieferengpässen betroffen war, ist die Baumüller Nürnberg GmbH - ein Spezialist für Antriebs- und Automatisierungstechnik. In den vergangenen Monaten war die Versorgungssituation des Unternehmens insbesondere bei elektronischen aktiven und passiven Bauteilen kritisch. Hier musste Baumüller auf die Markt- gegebenheiten und die wesentliche Erhöhung der Lieferzeiten von Zukaufteilen reagieren, während das unternehmen seine Kunden üblicherweise mit viel kürzeren Lieferzeiten bediente, was die Kundenbindung gefährdete. Hinzu kamen Volatilitäten, theoretische Bedarfsmengen und Prognoseschwankungen, die den klassischen Peitschenschlageffekt in der Lieferkette hervorriefen. Gleichzeitig stiegen die Auftragseingänge stark an. Durch diese zwei konträr wirkenden Marktgegebenheiten wurde ein signifikantes Gefahrenpotenzial für das Unternehmen erkannt. Die Herausforderung bestand also in der Sicherstellung der Bauteileversorgung, da sich Engpässe abzeichneten. Um dieses externe Risiko zu minimieren, entschied sich Baumüller, ein Sonderprojekt zur Versorgungssicherheit zu initiieren - in Zusammenarbeit mit der auf Einkauf und Supply Chain Management spezialisierten Unternehmensberatung Kerkhoff Consulting. PROZESS- UND KENNZAHLENTRANSPARENZ Dies erforderte die Durchleuchtung der gesamten internen Supply Chain von der Endkundenbestellung über die Produktionsplanung bis zum Materialbedarf. Dazu wurden Kennzahlen wie zum Beispiel Fehlteilequote oder potenzielle blockierte Umsätze erhoben. Im zweiten Schritt ermittelten die Berater und Baumüller kritische Aufträge und priorisierten diese entsprechend nach den gesetzten Kennzahlen. Die Identifizierung von Engpass- Teilen in Verbindung mit Kundenumsätzen stellte dabei das zentrale Element dar, um die Produktionspläne anzupassen und entsprechend mit Prioritäten zu belegen. Darauf erfolgte die mittelfristige Planung und Mengensicherung durch Vereinbarung von Lieferplänen. Die ursprünglichen Lieferpläne wurden durch Orientierung an den tatsächlichen Bedarfsmengen in der Produktion abgeändert. Bisher wurde bei Baumüllerteilweise der gesamte Monatsbedarf an einem einzigen Stichtag bestellt. Diesem Auftrag konnte der Lieferant aufgrund der Allokationsprobleme nicht mehr nachkommen, weshalb die Monatsbestellung auf mehrere kleinere Einzelbestellungen verteilt wurde. Die Transportkosten stiegen bedingt durch die Einzellieferungen zwar kurzfristig an, doch konnte die Lieferkette wiederhergestellt, die Bestellungen bedient und somit Umsatz generiert werden. FUNKTIONSÜBERGREIFENDE TEAMS Die Einkäufer von Baumüller arbeiteten vermehrt operative Maßnahmen ab, um die entsprechenden Teile zu beschaffen: Sie führten regelmäßige Telefonate mit Lieferanten, passten die Lieferpläne an, suchten nach alternativen Teilen und führten Preisverhandlungen. Gleichzeitig baute das Consultingunternehmen als „Notfallplan“ Alternativlieferanten auf. Mit dieser Multi-Sourcing-Strategie gewann Baumüller mehr Flexibilität. Auch insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Zahl von Lieferanten-Oligopolen wird diese Strategie immer wichtiger. Oft sehen Unternehmen bei technischen Bauteilen keine Alternativen zu ihren angestammten Lieferanten vor und gefährden dadurch akut die Versorgungssicherheit. Insbesondere, wenn sich eine Verknappung abzeichnet. MEHR LIEFERKONTINUITÄT |




