April 2010: Wer finanziert hauptsächlich die Kosten für den Aufschwung?

Bei einem Materialanteil von 50 % und mehr bilden die Beschaffungskosten mit den Personalkosten die maßgebenden Finanzkomponenten. Während Personalkosten planbar und als konstant zu bezeichnen sind, können die Kosten für die Materialbeschaffung starken Schwankungen unterliegen. Zudem muss die zeitliche Lücke zwischen Einkauf und Verkauf finanziert werden.

In Zeiten des Aufschwungs kann dies zu einer echten Herausforderung werden. Ein geplanter Umsatzanstieg muss durch eine vorgelagerte Materialbeschaffung finanziert werden, die Lagerhaltung muss an neue Umsatzziele angepasst werden. Die Frage die sich dabei stellt, wer trägt die Kosten für die Finanzierung des Aufschwungs? Bei welchem Glied in der Supply Chain und in welcher Verteilung sind diese Kosten optimal und wer hat die Bonität dieser Finanzierung zu stemmen?

Die Finanzierungsoptimierung über verschiedene Teilnehmer einer Supply Chain ist dabei herausfordernde Aufgabe, vor der viele Einkaufsabteilungen zurück schrecken. Es gilt im Allgemeinen: Über Finanzen und Bonität spricht man nicht. Bereits die Frage danach kann beim Lieferanten zu der Spekulation führen, sein Kunde sei bereits oder zumindest bald nicht mehr zahlungsfähig. Dabei ergeben sich durch die Optimierung der Finanzkosten bedeutsame Kostenhebel für alle Beteiligten. Welche Unterschiede gibt es bei den Finanzierungskosten in den unterschiedlichen Ländern? Welche Vorteile lassen sich durch eine gemeinsame Finanzierung erzielen?

Eine erhöhte Transparenz über die Waren- und Finanzströme in der Supply Chain zeigt bereits erste Optimierungshebel. Die 61,9 %, der Umfrageteilnehmer die äußerten, dass „Ihr Unternehmen“ die Kosten des Aufschwungs trage, bringen entsprechendes Optimierungspotenzial zum Ausdruck. Mit einer übergreifenden Finanzierung beschäftigen sich noch zu wenige Einkaufsabteilungen. Partnermodelle sind dabei sicher ein Modell, um sich innerhalb der Supply Chain besser aufzustellen.

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