März 2009: Ist Ihr Einkauf vor Insolvenzen von Lieferanten sicher?

Exit- oder Ersatz-Optionen sind keine Themen, mit denen sich Einkäufer im täglichen Geschäft beschäftigen, die aber zu Mehrarbeit, Unruhe und Kurzschlusshandlungen führen, sollten sie einmal eintreffen. Die Produktion muss laufen, die erstbeste Alternative wird genutzt, um größeren Schaden zu vermeiden - marktgerechte Beschaffungskosten werden im Einkaufsmanagement dann als nachrangig betrachtet. Insgesamt entstehen bei einem gezwungenen Wechsel des Lieferanten rasch Kosten im fünfstelligen Bereich und höher. Das Thema der Lieferanteninsolvenz beschränkt sich dabei nicht auf ein wirtschaftlich schwieriges Umfeld: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2009 um 16 Prozent auf 34.300 Fälle (Vorjahr: 29.580; Quelle: creditreform.de).

Nur rund ein Fünftel der Einkäufer haben Notfallpläne

Die Kerkhoff Consulting Umfrage des Monats zeigt, dass über die Hälfte der befragten Unternehmen einer Insolvenz des Lieferanten nicht ohne Probleme begegnen könnte. Nur rund ein Fünftel der Einkäufer hat sich einen Notfallplan für den Fall der Fälle zurecht gelegt.

Dabei kann es jede Einkaufsabteilung und damit jeden Einkäufer treffen. Es wäre eine theoretische Forderung, alle Lieferanten stetig und adäquat zu überprüfen ― eine Lieferantenbewertung auf Basis von Kennzahlen, wie z. B. Reklamationsquote, Termineinhaltung, Preisentwicklung und Bewertung durch den Einkäufer ist aber auch nicht ausreichend. Spricht man über ein Supplier Risk Management, bildet eine mehrstufige Lieferantenbewertung die Grundlage.

Lieferantenbewertungen als Teil des Einkaufsmanagement

Lieferantenbewertungen sollten Teil des Einkaufsmanagement werden: Strategische Lieferanten sollten umfangreich bewertet und mindestens viermal im Jahr persönlich durch den Einkäufer gesprochen oder besucht werden. Nur so können im Einkaufsmanagement Frühindikatoren für eine Schieflage aufgenommen werden, die man nicht immer in den nackten Zahlen findet.

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