März 2010: Go West - Ist Global Sourcing zu Ende und Deutschland das Beschaffungsland der Zukunft?

Ziel eines jeden Unternehmens und jeder Einkaufsabteilung sollte es sein, mit dem besten Lieferanten zusammenzuarbeiten. Auf vielen Internetseiten von Firmen im Bereich Einkauf steht sogar mit dem weltbesten Lieferanten. Dabei bezieht sich das „beste“ oder „weltbeste“ immer sehr speziell auf das jeweilige Unternehmen. Einkaufendes Unternehmen und lieferndes Unternehmen bilden nur dann eine „weltbeste“ Beziehung, wenn sich die Anforderungen und die Leistungsfähigkeit beider Seiten optimal ergänzen.

Dabei sollte die regionale Ansiedlung eines Lieferanten keine primäre Rolle spielen; maximal hinsichtlich der Supply Chain Sicherheit. Der „weltbeste“ Lieferant kann 10 km oder gar 3.000 km entfernt sein. Sein Produkt, seine Qualität, sein Service für die Supply Chain und seine Kostenstruktur müssen nur optimal passen.

Aufgrund der Finanzkrise 2008/2009 ist es zu vielen freien Kapazitäten bei deutschen Produzenten gekommen. In Kombination mit gefallenen Rohstoffkosten sind mitteleuropäische Lieferanten für die Supply Chain wieder preislich konkurrenzfähig und damit kurzfristig zu „weltbesten“ Lieferanten geworden. Wie lange diese Situation anhält, ist schwer zu sagen. Aber genau wie es nicht der Weisheit letzter Schluss ist, eine Mindestanzahl von ausländischen Zuliefern haben zu müssen, ist eine kurzfristige Rückbesinnung auf mitteleuropäische Lieferanten eben auch nicht die erste Wahl. Aufgebaute Beziehungen zu ausländischen Lieferanten können gestört oder gar zerstört werden, müssen dann vielleicht in wenigen Jahren neu aufgebaut werden und erlangtes Vertrauen wird verschenkt.

Die hohe Anzahl der Teilnehmer an dieser Frage des Monats zeigt, dass viele Einkaufsabteilungen auf der Suche nach dem „weltbesten“ Lieferanten sind.

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