Mai 2009: Um welchen Prozentsatz konnten Sie Ihre Bestände in den letzten drei Monaten reduzieren?
Im Verlauf der Finanzkrise 2009 war eine der ersten Aufgaben jeder Einkaufsabteilung den Cash Flow zu unterstützen und Bestände an die sich veränderten Absatzplanzahlen anzupassen. Einfachstes Mittel in der Supply Chain: Es wurde nicht nachbestellt und/ oder die Vorproduktion entsprechend reduziert. Vorhandene Lagerbestände wurden der Produktion zugeführt und nicht wieder aufgefüllt.
Reduktion der Lagerbestände ohne Änderung der Supply Chain Strategie
Dadurch konnte bereits eine Reduktion der Lagerbestände von 10 % bis 15 % erzielt werden, ohne Änderungen an der Systematik, an der Supply Chain Strategie oder an den Lagerkonzepten durchzuführen. Diese gezwungene Effizienz in der Lagerhaltung stellt allerdings nicht unbedingt das Optimum dar. Bei aktuellen Projekten zur Supply Chain Optimierung von Kerkhoff Consulting konnte auch bei bereits reduziertem Lagerbestand noch Optimierungspotenzial identifiziert werden.
Mit kostenoptimalen Beständen die Supply Chain managen
Wichtig in diesem Zusammenhang ist der Umgang mit dem Bestandsmanagement bei wieder ansteigenden Absatzplanzahlen. Ist die Krise überwunden, wird wieder der Ruf des Vertriebs laut, schnell und flexibel auf Kundenaufträge zu reagieren. Diese Vorgabe mit kostenoptimalen Beständen in der Supply Chain zu managen, ist die Aufgabe für ein Bestandsmanagement, hat aber wenig mit der Reduktion von Bestellungen und den damit verbundenen reduzierten Lagerbeständen zu tun.

