November 2010: Haben Sie ein Beurteilungssystem für die Talente ihrer Mitarbeiter im Einkauf?
Die Mitarbeiterbeurteilung als eine jährlich durchgeführte, systematische »Standortbestimmung« des Mitarbeiters durch den Vorgesetzten gehört in den meisten mittelständischen Unternehmen heute bereits zum Standard. Häufig wird die Beurteilung anhand vordefinierter Beurteilungskriterien direkt an das jährliche Mitarbeiter- oder Personalentwicklungsgespräch geknüpft.
Insofern überrascht das Ergebnis unserer November-Umfrage, in der 73,3% der Teilnehmer die Frage „Haben Sie ein Beurteilungssystem für die Talente ihrer Mitarbeiter im Einkauf?“ mit „Nein“ beantworten.
Denn tatsächlich belegen Studien, dass sich Mitarbeiterbeurteilungssysteme positiv auf die Leistungen von Mitarbeitern auswirken. Die objektive und ehrliche Leistungsrückmeldung an Mitarbeiter fördert nicht nur deren berufliche Qualifikation, sondern motiviert in erster Linie auch zu besseren Leistungen. Mit dem Instrument der Mitarbeiterbeurteilung sollte auch in Einkaufsorganisationen neben einer human-psychologischen Perspektive (»Menschen wollen wissen, wo sie stehen und wie ihre Leistung von Dritten gesehen wird«) ein betriebswirtschaftlicher Performance-Management-Ansatz in den Fokus rücken:
Zu einer effektiven Steuerung unternehmerischer Ressourcen gehört die individuelle Rückmeldung, um Mitarbeiterleistung gemäß übergeordneter Zielsetzungen zu justieren.
Zwar wird die Mitarbeiterbeurteilung teilweise von den Führungskräften als eher lästiges Übel der Personalarbeit erlebt und entsprechend stiefmütterlich behandelt, ihre große Bedeutung bleibt aber unumstritten. Auch für den Einkauf bestätigen die Ergebnisse des Personalbarometers Einkauf 2010 die positive Wirkung eines Mitarbeiterfeedbacks (vgl. „Der strategische Faktor Personal im Einkauf“). Wie die Abbildung zeigt, trifft es in erfolgreichen Unternehmen deutlich häufiger als in weniger erfolgreichen Unternehmen zu, dass Mitarbeiter Feedback über ihre aktuelle Leistung erhalten.
Quelle: Der strategische Faktor Personal im Einkauf (Kerkhoff & Penning, 2010)


