Juni 2010: Oligopolbildung auf Lieferantenseite - eine Bedrohung für ihre Einkaufsleistung aktuell?

In der aktuellen Umfrage wollten wir von Ihnen wissen, ob eine Oligopolbildung auf Lieferantenseite eine Bedrohung für Ihre Einkaufsleistung darstellt.

Knapp die Hälfte (48%) der Befragten hat dieses Problem für ihre Einkaufsabteilung erkannt. Dieses Bewusstsein spiegeln auch die Ergebnisse wider, die eine Studie zu Herausforderungen im Einkauf der Lebensmittelindustrie ergeben hat, die Kerkhoff Consulting mit dem Institut für Demoskopie Allensbach und dem Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management an der Universität St. Gallen durchgeführt hat. Dort gaben sogar 78% der Befragten an, Oligopolbildung unter Lieferanten als zukünftige Herausforderung zu sehen. Umso mehr verwundert es, dass über die Hälfte der Befragten dieser Umfrage diese Entwicklungen aktuell nicht als Bedrohung wahrnimmt, knapp ein Drittel dies sogar nie getan hat.

Dabei erfordert die Problematik von Oligopolbildungen ein Umdenken in den Einkaufsabteilungen. Meist wird in erster Linie versucht, die Kosten durch rigorose Preisverhandlungen zu optimieren. Doch durch Oligopolisierung erhalten Lieferanten zunehmende Verhandlungsmacht, so dass Kostensenkungen nur noch selten über niedrigere Einkaufspreise erzielt werden können.

Hier gilt es, in größeren Dimensionen zu denken und den Kreis der Zulieferer durch geeignete Kandidaten zu erweitern. Vertragsbeziehungen mit mehreren Lieferanten können sowohl den Konsequenzen der Oligopolbildung als auch den sich daraus ergebenden Abhängigkeiten vorbeugen. So lässt sich die Verhandlungsposition verbessern und bei eventuellen Ausfällen steht schnell Ersatz bereit. Durch langfristige Kooperationen mit Lieferanten kann ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut werden.

Die Umfrage zeigt, dass Einkaufsabteilungen heute noch nicht gut genug auf diese zukünftige Entwicklung vorbereitet sind und dass es gilt, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um aus Oligopolbildung resultierenden Preiserhöhungen oder Lieferengpässen vorzubeugen und somit die Bedrohung für Ihre Einkaufsleistung abzuwenden.

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