Mai 2010: Wieviel Prozent Ihres Beschaffungsvolumens würden Sie als „nachhaltig-beschafft“ kennzeichnen?
Nachhaltig beschaffte Produkte und Dienstleistungen bringen ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil. Davon gehen 41% der Befragten einer Studie von Kerkhoff Consulting, Allensbach und dem Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management an der Uni St. Gallen im September 2009 zum Thema „Nachhaltigkeit in der Beschaffung“ aus. 91 % der Unternehmen in dieser Studie beschäftigen sich bereits mit diesem Thema, über 60% haben dafür bereits Maßnahmen getroffen.
Auch wenn der Teilnehmerkreis bei dieser Befragung auf unserer Homepage sicher ein anderer war (insgesamt haben 204 Personen teilgenommen), ist es dennoch überraschend, dass 43,5% der Teilnehmer weniger als 20% ihres Beschaffungsvolumens als nachhaltig beschafft bezeichnen.
Aber auch 30,4 % der Befragten geben an, dass bereits mehr als 40 % ihres Beschaffungsvolumens nachhaltig beschafft ist.
Fasst man unter der Begrifflichkeit ökologische und soziale Standards zusammen, überrascht es nicht, dass laut der Studie von Kerkhoff Consulting, Allensbach und des Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management an der Uni St. Gallen 78 % geantwortet haben, dass vor allem der Endkunde die treibende Kraft ist und damit Druck auf die Unternehmen zum Umdenken entsteht.
Die Maßnahmen, um eine nachhaltige Beschaffung zu etablieren, sind vielfältig. Eine zentrale Rolle spielt das Supplier Relationship Management. Nachhaltig produzierende Lieferanten müssen entdeckt, gefördert und überwacht werden. Dies gilt besonders bei einer räumlichen Distanz zum Lieferanten.
Neben der Auditierung von direkten und Sub-Lieferanten wurden im Rahmen der Studie folgende weitere Maßnahmen genannt:
- Sensibilisierung der eigenen Mitarbeiter für ökologische und soziale Standards
- Einführung von Leitlinien zur Einhaltung von Standards
- Zertifizierung der eigenen Produkte
- Anpassung von Standards in der Supply Chain zur Einhaltung einer nachhaltigen Beschaffung
Vor allem die hohe Anzahl von Zertifizierungen und Gütesiegeln macht es aber den Einkaufsabteilungen nicht einfach, die richtigen Lieferanten auszuwählen. Dies wurde als eins der Hauptprobleme genannt.
Unsere Online-Umfrage zeigt, dass die Einkaufsabteilungen sich mit dem Thema Nachhaltige Beschaffung beschäftigen, sich aber vor allem in Zukunft noch weiter damit beschäftigen müssen.

