Das hat eine Studie des Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management an der Universität St. Gallen, des Instituts für Demoskopie Allensbach und der VDI nachrichten ergeben. Damit steht der Einkauf im Maschinenbau noch immer in der zweiten Reihe. Und das, obwohl 85 Prozent der Unternehmen enormen Preisdruck als wichtigste Herausforderung benennen.
„Der Maschinenbau hat die Entwicklung des Einkaufs verschlafen“ sagt Gerd Kerkhoff, Gründer und Geschäftsführer der Einkaufsberatung Kerkhoff Consulting. „Dafür musste er in der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise schwer bezahlen, denn zu den ohnehin viel zu hohen Kosten kam ein Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent.“ Immerhin haben die Maschinenbauer den Handlungsbedarf erkannt. 93 Prozent der Befragten geben an, dass es zukünftig wichtiger wird, den Einkauf stärker in Produktion und Produktentwicklung einzubinden. Der Hintergrund: Nur so können Einkäufer bereits in der Entwicklungsphase von Produkten die kostenoptimalen Waren identifizieren und verhandeln. Ist ein Produkt aber schon fertig konzipiert, bleibt ihnen häufig nur noch übrig, die von Ingenieuren festgelegten Waren zur benötigten Menge zu ordern - für Verhandlungen bleibt kaum noch Spielraum.
Die Studie legt dar: Mehr als ein Viertel aller großen Maschinenbauer mit einem Umsatz von über 100 Mio. Euro sowie mehr als ein Drittel der Unternehmen mit einem Umsatz unter 100 Mio. Euro verfügen über keine schriftlich fixierte Einkaufsstrategie. Das scheint für Maschinenbauer normal zu sein, obwohl der Einkauf die Kosten maßgeblich beeinflussen kann. Ein Einkauf ohne klare Strategie führt in einem Viertel der zentral beschaffenden Unternehmen dazu, dass üblicherweise an der Einkaufsabteilung vorbei eingekauft wird. Dieses sogenannte „Maverick Buying“ kommt auch in 66 Prozent der dezentral organisierten Beschaffungsorganisationen vor. In diesen Fällen kann der Einkauf seine Verhandlungskompetenz nicht voll einsetzen und es kann zu erheblichen Mehrkosten für das Unternehmen kommen. |